Die Kunst zu lieben... oder nicht?

Die Tage habe ich auf meiner Seite Seelenwege einen neuen Text veröffentlicht... die Kunst zu lieben... wer ihn gelesen hat, weiß, dass er meine Sicht der achtsamen Liebe beschreibt.

Jeder meiner Texte erzählt eine Geschichte. Meist angelehnt an den Seelenpartner-Prozess, beschreiben sie die einzelnen Prozessphasen oder Zwischenergebnisse meiner persönlichen Entwicklung. Da ich Menschen in diesen Prozessen begleite, weiß ich, dass die Wege oftmals ähnlich sind, alle meist ähnliche Themen und gleiche Erkenntnisse haben.

Der Entwicklungsprozess fordert uns enorm, führt uns aber in die Freiheit und in die Liebe.

Nun hat genau dieser Text auch negative Reaktionen hervorgebracht.

Menschen kommentierten, oder schrieben mir, dass ich idealisiere, unmenschlich verherrliche, die Liebe verkompliziere und fordere, was nicht umsetzbar ist.

Für mich vollkommen in Ordnung, nicht jeder geht konform mit meinen Ansichten und Überzeugungen.

Menschen sind verschieden, und das ist gut so!

Und jeder ist liebenswert und richtig, so wie er ist.

Dennoch möchte ich gerne das Thema vertiefen, Euch erzählen, wie ich zu dieser Verherrlichung komme... :-)

Denn dies ist meine tiefste Überzeugung, das Resultat meines eigenen Prozesses, der Jahre dauerte, also für mich selbst die wichtigste Erkenntnis und die größte Veränderung in meinem Leben.

Gerne möchte ich beschreiben, wie es mir einfällt, eine Liebe zu propagieren, die auf den ersten Blick nur wundervoll ist und Negatives ausblendet... aber nur auf den ersten Blick...

Vielleicht ist die Erzählposition nicht ganz klar, da ich poetisch schreibe...

Alles, was ich schreibe, ob ich oder Du, bezieht sich immer auf mich selbst. In erster Linie bin immer ich diejenige, die das beschriebene fühlt und erlebt... egal ob ich es nach Außen transportiere oder nicht. Einzig über mich kann ich urteilen, niemals über einen anderen Menschen.

Meine Zeilen stellen auch keinen Anspruch an einen Anderen... nur an mich selbst.

Ich beschreibe lediglich, wie ich heute, nach vielen Wirrungen und Irrungen, selbst die Liebe lebe.

Ich für mich möchte achtsam sein. Ich habe beschlossen, genau so zu handeln, diese Art des Umgangs mit anderen Menschen zu verinnerlichen und zu leben.

Es erfordert keiner Gegenleistung, wenn ich beschließe, meinen Partner voll und ganz zu sehen, in seiner Essenz zu erkennen, den Anderen zu achten und zu respektieren, ihn zu unterstützen und auf Augenhöhe mit ihm zu gehen, gemeinsam ein Ziel zu fokussieren. Oder das Feuer der Leidenschaft zu erhalten...

Ja, auch ich kenne Wut, kenne Schmerz, auch ich bin genervt, auch ich bin nicht immer fair... aber wenn ich bewusst bin, und mich für Achtsamkeit entschieden habe, dann kann ich authentisch sein, ohne die geliebte Seele zu verletzen. Und passiert es mir dennoch einmal, bin ich mir für eine Entschuldigung nicht zu schade.

Es ist nicht einfach, eine Partnerschaft in Achtsamkeit zu erhalten.

Es erfordert immer wieder unsere Aufmerksamkeit, und notfalls der Korrektur.

Die Liebe ist nicht einfach, sonst würden sich nicht so viele Liebende verlieren, so viele Partnerschaften scheitern.

Die Liebe ist nicht einfach, sonst wären wir alle in unseren Herzen, wären nicht verletzt oder voller Angst.

Nein, die Liebe in heutigen Zeiten ist nicht einfach, denn viele streben immer nach der Erfüllung des Egos, suchen immer noch mehr, noch besser und sind nie restlos zufrieden.

Genau an diesem Punkt sind wir beim Sinn der Seelenbegegnungen.

Indem wir in einem völlig überzogenen Maße lieben, in unseren Schmerz eintauchen, all unsere Schatten begreifen und integrieren, dürfen wir in die Heilung.

Wir begreifen, was die Liebe wirklich ist... das Annehmen des Sein, das öffnen unseres Geistes und unseres Herzens, eins sein mit uns und mit allem.

Haben wir dann unser Herz geöffnet, lassen wir die Liebe fließen, dann passiert genau das, was mein Text beschreibt, von ganz alleine. Dann ist die Liebe einfach... denn all das tun wir einfach, weil wir in unserer Essenz achtsam sind, ohne Mühe und Zwang, sondern ganz aus uns selbst heraus.

Aus unserer Kraft, aus unserer Stärke, aus unserer Herzenergie.

Ich bin ganz bestimmt kein Lichtarbeiter... nein, mein Weg ist die Schattenarbeit.

Bei mir gibt es nicht nur Licht und Liebe... nein, es gibt Abgründe, tiefste Tiefen, die es zu beleuchten gilt.

Nichts ist Friede Freude Eierkuchen... dennoch darf das Beste angestrebt werden.

Es stimmt, ohne Schatten gibt es kein Licht.

Alles ist eins.

Aber indem wir unsere Schatten annehmen, wandeln wir sie in Licht.

Sind unsere Schatten integriert, so erleben wir auch diese auf einer anderen Ebene.

Wut, Schmerz und unfaires Handeln werden weniger, verschwinden oftmals ganz.

Denn kämpfen wir nicht mehr gegen unsere Schatten, verlieren sie an Schrecken und werden unwichtig.

Und sind wir achtsam mit unserem Umfeld, ist es meist auch genau das, was wir von Außen zurück bekommen.

Wir ernten, was wir sähen.

Die Liebe erblüht somit auf einer komplett neuen Stufe.

Für mich ist diese Beschreibung weit entfernt von Idealisierung, von Perfektionismus.

Sie lässt lediglich hinter sich, was nicht mehr funktioniert, und fokussiert, was sein kann.

Sie ist lediglich ein Mantra, etwas, was ich für mich leben, und gerne auch erhalten mag, nur in Freude, ohne Erwartung.

Sei das mit dem Partner, mit den Kindern oder mit Familie und Freunde, mit allen Menschen, denen ich begegne.

Liebe ist dann einfach, wenn wir ganz sind, heil sind, im Reinen mit uns selbst.

Es ist egal, wo auf der Leiter der Möglichkeiten ihr Euch gerade befindet, wie ihr Liebe fühlt und lebt, was für Euer Empfinden gut oder schlecht ist. Jeder ist genau da richtig, wo er gerade ist.

Aber es ist vollkommen legitim, klar zu definieren, wo man hin will.

Und man darf auch erzählen, was möglich ist, wenn man bereit ist, achtsam zu sein.

Fühlt Euch frei und weit und wundervoll!

Dani